Mittwoch, 22. Juli 2009

Zeitreise in die kanadische Vergangenheit

Willkommen im UPPER CANADIAN VILLAGE, ein Dorf, in dem die Zeit vor 200 Jahren stehengeblieben ist. Alle Haeuser sind authentisch und wurden aus der Umgebung zusammengetragen. Die "Bewohner" sind gekleidet wie damals und gehen ihren jeweiligen Taetigkeiten (Baecker, Mueller, Saegewerkangestellter, Weber, Lehrerin, Bauer, Besenmacher, Schmid usw.) nach. Man kann mit jedem "Bewohner" Gespraeche fuehren, fragen, Spass haben ... aber Achtung, alles was diese an Weisheit von sich geben ist 200 Jahre alt ... so erzaehlt die Lehrerin frisch von der Leber weg, welche (fuer heutige Zeiten grausame) Bestrafungsarten sie auf Lager hat (vom Scheiterlknien bis zum Riemenschlag), die Greislerin preist eine Zahnbuerste an (klingt nicht ungewoehnlich, sie empfiehlt jedoch eine Zahnbuerste pro Familie und behauptet, dass diese ein Leben lang halte) und der Arzt erklaert die heilende Wirkung seiner Blutegel (welche quietschlebendig vor ihm im Glas schwimmen) und zeigt seine Saegen fuer Amputationen her. Die Kinder duerfen sich dann auch in der Landwirtschaft ueben, vom Kuhmelken bis zum Fadeljagen war alles erlaubt. Zusammengefasst kann man sagen, es war wieder ein Bombentagerl im Kanada ... sogar das Wetter hat mitgespielt (eine Seltenheit hier).

Darf ich vorstellen, Loe mit seiner Freundin Dahlia und Hugo mit seinem Freund Mathias (schwedisch/kanadisch). Ausserdem noch mit von der Partie Chris (Bruder von Mathias) Cindy (Mama s Freundin und Mutter von Mathias und Chris) und ich, Petra








Beim Besenmacher









... so werden Besen gemacht, Junger Mann... und anschiessend gabs noch eine Einfuehrung ins richtige Kehren ... war anno dazumal eine Wissenschaft ... Ziel des richtigen Beserlns ... moeglichst lange Haltbarkeit des Besens






















































































































Piknik vor 200 Jahren ... sieht heute in Kanada noch genauso aus, nur Textilien haben sich veraendert ...


















































Mittagessen ... (von links nach rechts: Cindy, Mathias, Chris, Dahlia, Hugo und Leo). Zufaellig gab zu dieser Zeit eine Schaustellerfamilie ihre Kuenste zum Besten, von Musik, zum Verkauf von Wundermittel bis Romio und Julia wurde alles vorgefuehrt












... unser Mittagsbuffet bestand aus kalten Wiener Schnitzerl, selbstgepoekelten Lachs (schwedische Spezialitaet, echt lecker), Kartoffelsalat, Obst und Gemuese, Knaeckebrot und so man anderen Leckerein. Den Kanadiern sind die Augen rausgefallen ...
























































Diese nette Dame versuchte den Kinder eine Zahnbuerste zu verkaufen, ausserdem wurde Hugo und Mathias in die Kunst des Tabakkauens (inklusive Spuknapf) eingewiesen und ein Nachttopferl wurde auch gezeigt (fuer kalte Winternaechte).


























bei der Schneiderin ... naeht alle Kleider mit der Hand ... einfach unglaublich.






























Klavierspiel im betuchten Buergerhaus



















Sommerkueche des Bauernhauses (im Freien), im Winter wird der Ofen einfach ins Haus getragen und drinnen weitergekocht ...















wirkt der Bauer hier gestresst ob Hugos Melkkuensten, oder kommt mir das nur so vor?????

































... die Dorfschule...













Dorfschule von innen, mit der etwas strengen Frau Lehrerin... Hier zeigt die gerade, welche Schulsachen gekauft werden muessen um die Schule besuchen zu koennen ... wer sich das nicht leisten konnte, konnte die Schule halt nicht besuchen. Es gab 5 Buecher zu lernen, wer damit fertig war, konnte der Schule als gebildeter Mann/Frau fuer immer den Ruecken kehren.






















Hugo wird ueber Bestrafungsarten bei Fehlbenehmen aufgeklaert ...















Donnerstag, 16. Juli 2009

Radtour in Montreal

Da es mit dem Baden gehen hier nichts mehr wird, machen wir halt Radausfluege ... hier ein Radausflug der vom Vieux Port (Montreal Downtown) ueber 2 Inseln fuehrt ... eine der Inseln war die Veranstaltungsstaette des Grand Prix von Montreal ... die Autorennbahn ist heute mit dem Rad befahrbar ... habens probiert, sind aber gleich wieder auf unseren Radweg zurueckgefluechtet, da die Pedalritter-Raser dort die Rennbahn ziemlich unsicher machen ... jetzt weiss ich wenigstens, wie schnell man mit dem Rad unterwegs sein koennte ... und die ersten 2 Bilder zeigen, dass wir nicht alleine waren ... mit unserem Wochenendprogramm












































Sonntag, 12. Juli 2009

Garage Sale and Treasure Hunt

Was tut ein Kanadier, wenn er Dinge besitzt die er nicht mehr braucht, die aber noch zu gut sind um sie in den Muell zu schmeissen. Nun, er beschliesst einen Garage Sale zu machen. Dazu pilgert er zuerst zum Gemeindeamt, um diesen anzumelden (erlaubt ist ein Garage Sale jaehrlich pro Haus) und um seinen Tribut von CAD 15,- zu entrichten. Dann faengt er an, emsig Schilder zu basteln, welche die Aufgabe haben, am Tag des Garage Sales die potentielle Kundschaft zu ihm zu fuehren. Dann wartet der Kanadier ca. 2-3 Tage vor dem Verkaufstag ab und haengt seine Schilder (vorzugsweise an Stopschilder und Ampeln - weil da ja jeder stehen bleiben muss und Zeit zum Lesen hat) an den verschiedensten Strassenecken auf ... am Tag des Garage Sales oeffnet er seine Garage (na no net, sonst haserts jo net Garage Sale) und schleppt die potentielle Verkaufsware ins Freie... und wartet auf Kundschaft, die sich auch sehr zahlreich einfinden wird .... das glaubt ihr nicht? Garage Sale ist hier kulturell seit Jahrzehnten verankert und ganze Pilgerstroeme von Autos (viele aus aermeren Gegenden) fahren am Samstag von Garage Sale zu Garage Sale. Auch wir waren life dabei ... und man muss sagen, da kann man noch echte Schnaeppchen machen (viele Verkaeufer wollen das Zeug einfach weiter haben, Preis spielt da keine grosse Rolle, oder es ist ein Sozialer Event der Verkaeufer, wo sich Nachbarn Jahr fuer Jahr zusammentun und einen Garage Sale mit Kaffee und Kuchen und gemuetlicher Plauderei machen). Unsere Beute koennt ihr zum Schluss bewundern ...

Donnerstag nachmittag: Die ersten Schilder erscheinen zaghaft ...











Freitag nachmittag: es werden mehr Schilder...















und mehr...












... und mehr














und ... so schauts dann am Samstag an manchen Ampelkreuzungen aus ... (Ampelkreuzungen an Hauptstrassen sind sehr beliebe Schilderplaetze)









und los gehts ... von Garage zu Garage ...


























































































... dies war eine Garage einer guten Bekannten hier ... diese organisieren jaehrlich einen Street-Garage-Sale (d.h. die gesamte Strasse tut mit, das zieht natuerlich auch mehr Kundschaft an ... und wird oft zusaetzlich noch im Internet oder in der Zeitung angekuendigt)

Ich hab dort einen Haufen Kinderbuecher ergattert ...





Zwei unserer Beutestuecke auf die wir besonders Stolz sind ... Leos Bike 24 Zoll, 21 Gang Shimano, im Pipifeinzustand .... CAD 30,-- (Ca. 2o Euro)



Unser Basketballnetz gabs fuer CAD 40,-- (EUR 27). Neupreis von solchen Dingern: nicht unter CAD 200,--. Und dann haben wir noch Buecher, Schwimmbretter u.a. ergattert ...




Und fuer die Landsmaenner von Beaconsfield (und anderen Gemeinden), denen die Organisation eines Garage Sales zu kompliziert ist, fuer die organisiert die Gemeinde jaehrlich einen Treasure Hunt. Das funktionniert wie folgt. Wer will stellt an diesem Tag seine Habseelingkeiten z.B. Moebel, Spielzeug ... die er nicht mehr braucht vor die Haustuere. Jedermann darf dann an diesem Tag von Haustuere zu Haustuere gehen/fahren und sich die Dinge nehmen, die er will und braucht. Alle Habseligkeiten, die am Ende des Tages noch vor den Haustueren stehen, werden dann von einer karitativen Organisation abgeholt und in deren Laeden verkauft. Die Erloesen gehen an die Beduerftigen dieses Landes (meist in Form von Gratis Essen in Suppenkuechen). Es wurden hier 3 Fliegen mit einer Klappe geschlagen: 1. Die erste Partei kann sich bequem seiner Habseligekeiten entledigen. 2. Viele Leute aus aermeren Gegenden nutzen diese Events um Gratis zu Moebeln, Kinderspielzeug, Gewand, Werkzeug usw. zu kommen. 3. Karitative Organisationen profitieren auch an diesen Tagen ...
Ich persoenlich finde, dass diese beiden Formen der Wiederverwertung von Ausgedientem durchaus auch in unseren Breitengraden nachahmenswert waeren und auch ein Beitrag zum Umweltschutz darstellen .... denn alles was nicht Neu gekauft werden muss braucht nicht produziert werden.... aber das ist eine andere Geschichte.