Donnerstag, 21. Mai 2009

Niagara, Toronto - Ein verlaengertes Wochenende

Nach 5 Stunden Fahrt (diemal ohne Schneesturm oder Stau) betreten wir zum zweiten Mal den Boden in Toronto. Diesmal allerdings nicht mit der Absicht in die Karibik abzuhauen sondern mit dem ehrwuerdigen Ziel, diese Stadt und ihre Umgebung unsicher zu machen. Am ersten Tag gehts in Richtung Hafen und Downtown. Nachdem wir unser Auto kostspielig in einer Tiefgarage entsorgt haben, lassen wir uns einfach durch die Stadt treiben. Es faengt gleich gut an, denn am Hafen ist ein Kinderfest bei dem die heimische Zirkusschule ihre Kuenste vorfuehrt. Es folgt ein kleiner Spaziergang in Richtung Downtown, untermalt wie immer mit dem entzueckenden Gemaule unseres Nachwuchs... Fuesse zu kurz, Strecke zu lang und ueberhaupt und sowieso sind wir die schlimmsten Eltern dieser Welt ... Naja, wir tragens mit Fassung und hupfen in die naechste U-Bahn - in Richtung Royal Ontario Museum, um den Nachwuchs mit einem Blick auf Dinosaurierknochen zu entschaedigen ... und ich sags Euch, die hatten wirklich viele Knochen auf Lager ... hat sich gelohnt. Dann gibts Abendfresserchen und ein wohlverdientes Nickerchen, bis zum naechsten Tag....



















Tag 2: Auf gehts zu den Niagarafaellen. Fuer alle, die sich wie ich nie vorstellen konnten, wie die aussehen, und warum es US und Kanadische Faelle gibt, der folgende Film...

Foto von kanadischen Faellen, auch Horseshoefalls genannt, da sie eine Hufeisenform haben. Wetter: 10 Grad und windig - man sieht auf dem Foto wie die Gischt in den Himmel gezogen wird, um dann, auf arme Touristen wie uns, hinabzufallen (wie Regen) - aber wir hatten Regenschirme dabei, Aetsch ...



















Im Hintergrund die amerikanischen Faelle ...







... nach den Faellen gings ab ins Marineland ... diesmal waren wir nicht, wie bei den Faellen am Wasser und dessen eindrucksvollen Schauspiel interessiert sondern an den Kreaturen die darinnen leben...
und auch hier wurden wir nicht enttaeuscht ...



Walrosse




























Oakawale

























































Belugawale



















































und zum Abschluss (im Preis inbegriffen) ein Tingel Tangelmarkt ... leider waren die meisten Gefaehrte eine Herausforderung fuer die Magengrube, weswegen wir das Angebot nur am Rande genutzt haben ...


























Der drtite Tag stand im Zeichen einer hands-one-historical-site. Bei Lake Crawfort (ca. eine halbe Stunde von Toronto) wurde in den 70ern ein Indianerdorf entdeckt, ausgegraben und rekonstruiert. Cirka 250 Leute haben in diesem Dorf gelebt, eine eindrucksvolle Sache ...



















Papa beim meditieren am Dorfplatz ...
















Longhouse. In diesem Haus haben ca. 30 Menschen gelebt und vor allem die Winter ueberlebt... die Hoehe dieser Haeuser war notwendig, da innen auf offenen Feuerstellen geheizt wurde und die Leute sonst drinnen erstickt waeren.











Ueber dem Eingang ist das Familienzeichen. Die Frauen haben fix in den Haeusern gelebt, die Maenner sind dazugezogen (Was den Schluss Nahe legt, dass Andi ein reinkanierter canadischer Indianer ist, da er immer davon getraeumt hat, sich in das gemachte Nest einer Frau setzt - aber wie wir alle wissen, blieb es beim Traum ..).








Innen: In der Mitte die Feuerstellen, am Rand die Pritschen auf denen geschlafen wurde. Oben wurde Mais getrockenet...





















Schlafstelle: Matratze besteht aus Reisig und Fellen ... sehr kuschelig


















Kleider, Schuhe, Schneeschuhe usw. , Gebrauchsgegenstaende des Alltags












Wieder draussen...















gehen wir noch eine Runde um den See und dann wird...














gepiknikt ... nicht dass wir auf Sparkurs waeren oder pikniken soooo toll faenden ... aber wo keine Gasthaeuser da kein Fresserchen ... und hungern tun wir auch nicht gerne ... also machen wirs sie die Kanadier und nehmen uns unser Essen mit. (Wobei wir als Transportmittel, wenig schick - unseren Waeschekorb nehmen, wohingegen die Kanadier mit ganzen Kuehl(schraenken)taschen antanzen ...






























Dienstag, 19. Mai 2009

Die Wahrheit ueber das kanadische Klima

Wer glaubt, dass der Winter die schlimmste Jahreszeit hier ist, hat sich schwer getaeuscht. Dieser hat einen enormen Scharm, dem man sich (trotz eisigster Kaelte) nicht entziehen kann. Aber der Fruehling hier ist echt krass. Die Temperaturen wollen und wollen nicht in die Hoehe klettern und die Vegetation ist lange Zeit so gut wie nicht vorhanden. Die folgenden Fotos wurden im Flachland (in einem Drive-thru Zoo) gemacht. Wann? Das ist unsere heutige Quizzfrage: Wann wurden diese Fotos geschossen? (TIPP: Ihr Oesterreicher habt an diesem Wochenende bereits ins Freibad gehen koennen. ) Beim Durchsehen der Fotos legt Eurer Augenmerk bitte besonders auf die Vegetation.







Leo der Maler




































































Aufloesung der Quizzfrage: Es war unser Muttertagsausflug. Neben dem Fehlen der Laubbekleidung der Baeume litten wir auch unter den etwas tieferen Temperaturen (10 Grad) und dem dazupassenden schneidigen Wind. Mit dem Badehoserl waers da nix gewesen.

Donnerstag, 14. Mai 2009

Hausbau in Kanada

Fuer die Bastler unter Euch: Heute gibt es eine kleine Einschulung in den kanadischen Hausbau. Wie ihr schnell bemerken werdet, ist dies halb so kompliziert wie bei uns, schweres Geraet wie Mischmaschinen oder Kraene braucht ihr hier nicht. Kanadier baut light, keine Schlepperei von schweren Ziegeln oder Moertelmischen. Kanadier verwendet hauptsaechlich Holz, Isolierwolle und Tackermaschinen. Nun lasst uns beginnen.


Dies sind die einzige Maschine am (Hoch)Bau. Hier in Ruhestellung am Abend. Maschine hat waehrend der Nacht die Aufgabe die Holzbretter vor Diebstahl zu schuetzen...






Zuerst grabt man wie bei uns ein Loch, betoniert und fuellt mit Schotter auf. Einziger Unterschied: Kellerloch ist halb so tief wie bei uns (s. Foto mit Leo), da in Halbstoecken gebaut wird, um im Winter die Haustuere aufzubringen.











'Fertiger Keller







Nun werden Holzgerueste auf das Betonfundament gestellt und eineitig mit Holztafeln (Foto 2 und 3) Waende geformt.







So schaut die Sache dann von Innen aus. Dann pappt man Isolierwolle hinein und tackert eine zweite Holzwand drauf.





























Holz wohin das Auge auch wandert ...





































Auch das Dach ist mit den Holzplatten gedeckt. Darauf werden dann schwarze Platten getackert (welche regelmaessig erneuert werden muessen...man sieht hier staendig Leute, welche neue Platten auf ihre Daecher tackern)











Warum Aussen auf die Holzplatten Plastikfolie geklebt wird, weiss ich nicht...



















Dann werden die Fenster und Tueren eingesetzt, Innen wird die Installation gemacht...
















...und dass das Ganze a bisserl netter aussieht wird zum Schluss ein Ziegeldekor aussen angebracht.
Voila und schon haben wir ein kanadisches Haus welches
  • natuerlich um Klassen billiger ist als unsere Haeuser
  • eine kuerzere Lebenserwartung hat
  • viel besser brennt (hier brennen regelmaessig Haeuser nieder - Daumenregel im Brandfall: Wenn du das Feuer innerhalb von 5 Minuten nicht in den Griff bekommst, dann ist das Haus verloren und du solltes dein Hinterteil in Sicherheit bringen)
  • und weit weniger gut isoliert.
  • Dafuer hat man ein aeusserst kuscheliges Wohnklima (kein Schmaeh, vor allem im Winter sind diese Haeuser wie Kuschelnester)
  • und braucht keine Bohrmaschinen um etwas aufzuhaengen - einfach den Schrauben in die Wand drehen.

So ich hoffe mein kleiner Bastelkurs hat Euch nicht gelangweilt. Das naechste Mal gibts wieder was Spannenderes. Wir werden dieses (verlaengerte - jawohl auch wir haben Feiertage hier) Wochenende nach Toronto und zu den Niagarafaellen fahren ...


Upps, da gibts offensichtlich schon jemanden, auf den mein Bastelkurs eine eher einschlaefernde Wirkung gehabt hat ...