Samstag, 31. Januar 2009

Bottle Drive - oder wie die Sproesslinge das Familieneinkommen auffetten




































So, heute lernen wir etwas ueber Geldverdienen von Schulkindern in Kanada. Hugo geht bekanntlich in Grad 6 der Elementary School. Da dies die letzte Schulstufe vor der High School ist, wird zu Jahresende kraeftig gefeiert, Ausfluege gemacht, Jahresbuecher und Sweater gekauft ... - und das kostet natuerlich Geld. Damit die Geldtaschen der Eltern nicht zu viel strapaziert werden, wurde ein Fundraiser Team (dem ich, Petra, angehoere) gegruendet, welches mit den verschiedensten Aktionen versucht, Geld zu lukriieren. Eine Aktion davon ist der sogenannte Bottle Drive (Uebersetzt: Erschnorren von Leergebinde inkl. deren Verwertung). Und so wirds gemacht: Einige Tage vor dem Einsammeln des Gebindes werden die anvisieren (ca. 100) Haushalte mittels (-von Mama beim Joggen ausgeteilten) Postwurf informiert. (Bild 1) Dann wartet man aufgeregt den Tag X ab. An diesem Tag trifft sich der Bottle Driver dann mit einem anderen Bottle Driver (oder auch nicht - je nach dem wie man will) schnappt sich moeglichst grosse Bobs und geht dann von Haus zu Haus. Dort werden die hinterlegten Leergebinde eingesammelt. Auf Foto 2 kann man die Ausbeute einer Tour bestaunen. Bierflaschen bringen 10 Cent pro Stueck, Aludosen und Plastikflaschen (= Inhalt der Muellsaecke) schlagen sich mit 5 Cent zu Buche. Der ganze Wahnsinn wird dann in ein Auto verladen (mein Auto war bis zum Anschlag voll, konnte keine Personen mehr mitnehmen) und in das naechste Lebensmittelgeschaeft gefahren. Und dort wartet die eigentliche Arbeit. Die Dosen und Flaschen muessen in die dafuer vorgesehenen Maschinen gesteckt werden, um dafuer Geld zu bekommen ... und das kann dauern ... 1 - 2 Stunden bei einer Dauerbelegung von mindestens 2 Maschinen. Dass die Kinder nachher von oben bis unten kleben, muss ich, glaube ich, nicht extra erwaehnen (die Waschmaschine soll ja auch was vom Bottle Drive haben, oder?)... naja auf alle Faelle kann sich die Ausbeute von Hugo schon sehen lassen, in 3 Bottle Drives hat er immerhin ca. 150 Dollar gesammelt. (Der erste Verdienst musste jedoch bruederlich mit Matthias geteilt werden, sonst waeren es um 40 Dollar mehr).
...und wie die Kanadier auf solche Aktionen reagieren wollt ihr wissen? Nun ja, die sind solche Schnorraktionen gewoehnt und tun brav mit ... und dann gibt es noch Kanadier, die offensichtlich ihr Leergebinde nie entsorgen und solche Aktionen zum Anlass nehmen und ihre Keller und Garagen von Leergebinde befreien ... und so finden wir manch dicke Staubschicht und Spinnweben auf Bierflaschen oder unser Lieblingshaus hat uns gleich 8 riessige Muellsaecke voll Dosen vor die Tuere gestellt. ...da lacht natuerlich das Herz des professionellen Bottle Drivers ...
Die naechsten Geldsammelaktionen wollt ihr wissen ... na, wir schicken unsere Kinder zu Ostern an die Supermarktkassen und dort duerfen sie baging - sprich, sie packen die kassierte Ware in Plastiksaecke und hiefen sie der Kundschaft auf den Einkaufswagen ... Hoch lebe die Kinderarbeit (na, war jetzt ein bisserl zynisch - net ernst nehmen - den Kindern taugt das Geldverdienen naemlich ...). Und im Sommer schicken wir sie auf die Strasse und dort duerfen sie dann Autoputzen, gegen Entgeld natuerlich ... na bei so viel Arbeiten und Geldverdienen der Sproesslingen muessen sich die Vaeter anstrengen, dass sie beim Geldverdienen noch die Nase vorne haben ... also meine Herrn, ran an die Ruder, nur net nachlassen ...

Sonntag, 25. Januar 2009

Eisfischen im Fluss






So sieht der Fluss im Winter aus ... die Wasseroberflaeche wurde von der kanadischen Kaelte in eine weisse Wueste verwandelt. An ausgewaehlten Stellen koennte man mit dem Bulldozer an das andere Ufer des Flusses fahren, an anderen Stellen ist das Eis so duenn, dass selbst ein Kind einbrechen wuerde. Und da wir auf Nummer sicher gehen wollen bewegen wir uns nur dort, wo die Autos am Eis stehen ...




















Nach dem Panoramabild des Flusses gibt es heute fuer unsere Leser einen Schnellsiedekurs zum Thema Eisfischen.


Zuerst braucht man einen massiv zugefrorenen Fluss, da sich ein Eisfischer NICHT wie die Starzies, zu Fuss auf die Eisflaeche begibt. (bei Foto 1 und 2 sind wir schon mitten am Fluss).


Foto 3 zeigt einen Teil der Standardausruestung - ein Auto, stark genug um die Waermehuette auf das Eis zu ziehen und einen Vierradler um seine Fischerkollegen zu besuchen. Der legale Fischer besitzt obendrein noch eine Fischerkarte ... und dass die Fische auch in den Hacken beissen braucht man kleine lebende Koederfische. Und da es sehr kalt ist, und die Wasseroberflaeche innerhalb von Minuten zufriert, muss der Fischer, die sich bildende Eishaut, staendig wieder mit einem Art Kochloeffel zerstoeren. So jetzt haben wir das Equipment: kleine Zusammenfassung: ein starkes Auto, eine Waermehuette mit Kuven und Holzvorrat, eine Fischerkarte, Koederfische, eine Kochkelle und einen Eisbohrer (Foto 5).

Und dann kanns auch schon losgehen. Fischer macht mit dem Eisbohrer ein Loch in das ca. 2 Meter dicke Eis, dann befestigt man eine kleine Holzkonstruktion mit dem Fischerhacken am Rande des Loches und haengt einen Koederfisch an den Hacken. Dann gehts ab in die Huette auf ein, zwei, drei ... Bierchen (die Fischer hier haben einen enormen Durst)- aber nicht vergessen, alle fuenf Minuten gehts ins Freie, denn dann muss die Eishaut in den Fischloechern zerstoert werden.

Unser Fischer ist besonders fleissig, er hat viiiiiele Eisloecher gemacht, um seine Chancen auf einen Fang zu erhoehen - und siehe da, ein Fisch beisst, er wird an die Oberflaeche gezogen und sofort schockgefroren (womit sich das Toeten der Fische eruebrigt). Der Fang wird Stolz hergezeigt (Achtung, dieser Fisch - has a good size - wie uns der Fischer erklaerte - naja, die Kanadier sind eben genuegsamer als wir) und dann wird die frohe Kunde des Fischfanges sofort den benachtbarten Fischerkollegen ueberbracht (dabei bewegt man sich mit diesem vierraedrigen Irgendwas fort). Na hat wer von Euch einen Gusto auf diese Sportart bekommen? Nichts wie her zu uns und mit ein paar kleine Investitionen ist man schon im Rennen.


Sonntag, 11. Januar 2009

Weihnachten in der Dominikanischen Republik








































































































































































































































































































































































































































































































































































































































Zuerst mal allen Lesern ein gutes neues Jahr und viel Erfolg 2009. Unser Jahr hat toll angefangen - wir koennen nur hoffen, dass es so weitergeht.
Nun zum Reisebericht.
Am 21.12. brachen wir unsere Traumreise an. Leider war der Wettergott an diesem denkwuerdigen Tag (immerhin Andis Burzeltag) nicht sehr gnaedig gestimmt und startete den Tag mit einem ausgewachsenen Schneesturm. Da keine Wetterbesserung in Sicht war und sich die Strassenverhaeltnisse von Minute zu Minute verschlechterten, brachen wir auf - und es ging uns wie Euch, bei der Betrachtung der ersten 2 Fotos. Wir haben fast nichts gesehen - alles Weiss, keine erkennbaren Fahrspuren, nichts. Einzig sinnvolle Strategie diesem Wahnsinn zu begegnen ... ortskundigen Kanadiern hintennachschleichen - Geschwindigkeitsrausch bei 30 km - zu bewaeltigende Strecke ca. 500m km - cool bleiben und das Naturschauspiel geniessen. Wie ihr bei den naechsten Fotos seht, kam es im Laufe des Tages zu einer Wetterberuhigung, die Schneeraumfahrzeuge taten einen guten Dienst und zu Sonnenuntergang waren auch schon mal 100 km/h drinnen. (Mehr geht sowieso nicht, denn bei 110 km/h brennt man 90 Dollar und 120 km/h schlagen sich bereits mit 200 Dollar zu Buche - und Cops gibts leider jede Menge).
Nachdem die Anreise ueberstanden war, genossen wir Tags drauf nochmals kanadisches Weiss bei Minus 15 Grad, um dann - nach 3,5 Stunden Flug - unsere tiefgekuehlten Knochen in tropischen Gefilden aufzutauen.
Reisezweck - Weihnachten und Silvester feiern! (Fotos 5 - 10) - und da wir offensichtlich schon ein klitzeklein wenig zu Kanadieren mutiert sind, haben wir Silvester im Kreise von ganz netten Kanadiern verbracht.

Reisedestination - eine Anlage wie im Bilderbuch (11-15), mitten in unberuehrter Natur - wie unsere Sparziergangsfotos zeigen (16-20). ...und in unberuehrter Natur gibts natuerlich auch Lianen und Janes ... (21-22) Der muskelbepackte Tarzan war hinter der Fotokamera (einer muss ja die Bilder machen), deshalb gibts keine Bilder von ihm.
Aber da wir moeglicherweise in der Natur nicht ganz so ueberlebensfaehig waeren (Mukis zu schwach, technisches Knowhow zu gering, degenerierte Instinkte...) gings zurueck zur Anlage und dort wurde dann in Starzermanier geplanscht, es wurden Freundschaften geschlossen (Bild ist mit unseren Lieblingskellner Rafael), gelernt (nur der Chef hat sich das Vergnuegen vergoennt!!!!), ein klitzekleinwenig geshopt, Fussball gespielt, Kanu (und Tretboot) gefahren, Billard gespielt und Tischtennisturniere bestritten. (Hugo spielte in der Erwachsenenliga und gewann meistens - Siegerehrung fand dann jeden Tag auf der Buehne statt). Leo hat zweimal das Tanzbein im Tanzkurs geschwungen und Mama hat im Fitnesscenter mit maessigem Erfolg versucht, die Kalorien der taeglichen Fressorgien in Griff zu bekommen.
Natuerlich haben wir bei rauher See unsere Buggiboards ausgepackt und haben bei glatter See am Hausriff geschnorchelt und dabei viiiiiel tropische Fische erschreckt - grosse, kleine, dicke, duenne, gruene, blaue, gelbe und bunte.
Aber so sicher, wie jeden Abend die Sonne untergeht, kam der Tag, an dem wir wieder unsere Heimreise antraten - um unsere Knochen bei Minus 15 Grad und weniger wieder schockgefrieren zu lassen ... aber das ist eine andere Geschichte.