Sonntag, 28. September 2008

Schulalltag





























































































































































Hallo!


Heute gibts einige Fotos von der Schule. Leo und Hugo besuchen die Elementary School, welche die ersten Jahre dauert, dann gehts in die Junior High School usw. , d.h. in Kanada haben die Kinder 6 gemeinsame Volksschuljahre, bevor sie getrennt werden.

Die Kinder haben jeden Tag von 9 bis 15.30 Schule. Da könnte man ja glatt meinen, dass sie mehr lernen wie in Österreich - aber weit gefehlt, beide Kinder sind mit dem Schulstoff weit hinter den österreichischen Anforderungen. (Beweis siehe letztes Foto, dies ist eine Mathematikaufgabe für die 2. Schulstufe, sprich für Leo.) Warum dies so ist - nun dafür gibt es 2 Erklärungen: 1. die Kinder haben 3 sehr große Pausen in denen sie spielen, in den Hof gehen und herumtollen. Also die Nettoschulzeit ist die gleiche wie in Österreich. 2. die Kinder werden zweisprachig unterrichtet. Ja, Englischschool bedeutet in Kanada nicht, dass die Unterrichtssprache ausschließlich Englisch ist, nein, es bedeutet, dass 50 % des Unterrichts in Englsich und 50 % in Französich abgehalten werden. Die Kinder haben je einen Tag Unterricht in Französich und einen Tag in Englisch. Da jedes Kind nur eine Muttersprache hat, kämpft es jeweils die Hälfte des Unterrichts mit Verständigungsschwierigkeiten. Da ist ein Weiterkommen im Sachfachlichen Lernen natürlich eingeschränkt.
Für meine Kinder bedeutet es allerdings, dass sie in bester Gesellschaft sind, da auch die Klassenkameraden mit Verständigungsschwierigkeiten kämpfen. Hugo liegt derzeit mit seinen Englsichkenntnissen im Mittelfeld der Klasse, ja er ist sogar besser als sein Banknachbar, der immerhin ein Jamaikaner mit Muttersprache Englisch ist. In Französich kann er die 6 Jahre Vorsprung der anderen natürlich nicht aufholen, aber die Tests sind so primitiv, dass er es geschafft hat, ohne jegliche Sprachkenntnisse eine Eins zu schreiben.


Leo schlägt sich tapfer mit seinen Englischkenntnissen. Die Lehrerin ist begeistert von seiner raschen Auffassungsgabe und pappt uns mit Hausübung zu, damit er rasch lernt. Sie hat mir sogar erzählt, dass sie ihn bereits wiederholten Males wegen Schwätzens ermahnen musste. )Ein Wunder angesichts seiner doch eher schweigsamen Eltern). Ich war ob dieser Beschwerde von Seiten der Lehrkraft ganz paff und hab nur gefragt, in welcher Sprache mein Leo denn seinen Informationstrieb auslebt.

Seine Französischkenntnisse sind mager bis gar nicht vorhanden. Er ist zwar recht motiviert, diese Sprache zu lernen, da sie so schoen klingt, aber es ist halt nicht so leicht.

Ich hab bereits einen kleinen Fettnäpfchenmaraton in der Schule hinter mir. Mein erster Kardinalfehler war, den Kindern Erdnüsse zur Jause mitzugeben. Das ist ungefähr so, als wenn ein Kind in Österreich mit einem Springmesser in die Schule geschickt wird. Erdnüsse können nämlich bei allergischen Mitschülern zu Erstickungsanfällen oder sogar zum Tod führen - dazu müsse diese gar nicht in physischen Kontakt mit den Nüssen treten. Also hat die Direktorin höchstpersönlich unter der Unterrichtszeit meinen Kindern die Erdnüsse weggenommen und mir nach Hause geschickt. Zweites Fettnäpfchen - ich hab geglaubt dass ich zu einem Newcomer-Lunch eingeladen wurde, tatsächlich galt die Einladung nur meinen Kindern und drittes Megafettnäpfchen, ich hab Fotos von der Schule gemacht, auf denen andere Kinder zu sehen sind - ist streng verboten, Datenschutz. Also ich hab sie trotzdem für Euch ins Netz gestellt, bitte nicht weitererzählen, sonst fliegen wir noch von der Schule. Ich hoffe, dass ich schon fast alle Fettnäpfchen absolviert habe und in keines mehr hüpfe, aber man weiss ja nie. Andere Länder - andere Sitten, wie wahr, wie wahr.
So und jetzt noch kurz eine kleine Erklärung zu den Fotos.
Ja meine beiden Robin Hoods gehen in die Sherwood Forest school - richtig gelesen. Ihr sehr auf den ersten Fotos den Schulweg, der wie ihr seht durch einen Wald führt, der dunkel ist und wo es vor Räubern nur so wimmelt (Scherzerl), statt den Räubern wimmelt es hier aber von Eichhörnchen. Natürlich könnte man auch eine Straße nehmen, aber da wäre der Schulweg zumindest für Hugo länger - ja ihr lest richtig, beide Kinder gehen zwar in das selbe Schulgebäude, aber jede Klasse hat einen anderen Eingang. So kommt es, dass Hugo das letzte Stück seines Schulweges jeden Tag durch den Wald marschiert, während ich und Leo auf der Straße marschieren.
Die nächsten Fotos zeigen das Schulgebäude mit spielenden Kindern, die sich dann am anschließenden Foto nach einem Gongläuten anstellen, um dann von einer Lehrkraft in die heiligen Hallen dirigiert zu werden - einer nach dem anderen, schön der Reihe nach... .
Die Lehrkraft auf dem Foto ist übrigens Leos Englischlehrerin. Jedes Kind hat hier 2 Lehrkräfte, eine die in englisch unterrichtet und eine die auf französisch unterrichtet.
Danach sieht man Fotos der Schule nachdem die Kinder eingelassen wurden - Menschenleer.
Und dann kommt ein Foto, auf dem Leo zu sehen ist. Er verlässt auf diesem Foto gerade die Bildungshallen nach Unterrichtsende - und grinzt wie jeden Tag, wenn ich ihn abhole.
Zum Schluss gibt es noch Fotos der wartenden Schulbusse, ja es gibt sie wirklich noch die gelben Busse, die man in Filmen sieht - muten ein wenig nostalgisch an, sind hier aber der Alltag. Leider kommen meine Kinder nicht in den Genuss einer täglichen Schulbusfahrt, da wir zu nahe an der Schule wohnen - 400 m Entfernung sind nicht genug, um eine Gratisfahrt mit dem Schulbus zu erhaschen.
So das wars über den Schulalltag - informierte Euch weiter.